Ausgabe 1

Ouch!! Life

Einfach Genial - Das Überraschungsei

Spiel, Spannung und Schokolade - Das "Kinder-Überraschungs-Ei" ist wohl die genialste Erfindung, die je von einer Nahrungsmittelfirma gemacht wurde.

Mal ganz ehrlich: Wem schmeckt schon die dünne weiß-braune Schokoladenhaut eines Ü-Ei's? Und was kann man schon mit "Papas erstem Auto", "Humphrey Heartbreaker" oder einem Plastikwal (der eine Meerjungfrau jagt!) anfangen? - das sind doch doch bestenfalls Staubfänger. - Was also macht die "Kinder-Überraschung" aus dem Hause Ferrero so beliebt, daß sich in den letzten Jahren eine regelrechte Ü-Ei-Kultur entwickelt hat?

Da die "Schokolade" als Kaufanreiz keine allzu große Rolle spielen kann, muß man die Antwort wohl beim "Spiel" und bei der "Spannung" suchen. Letztere wird ja allein schon durch die Tatsache, daß man die gelbe innere Hülle des Eies meist nur mit exzessiver Gewalt und einer Zange öffnen kann, bedeutend erhöht...

Dann aber setzt das "Spiel" ein - das Zusammenbauen einiger Plastikteile, was Ü-Ei-Profis natürlich ohne die entsprechende Bauanleitung erledigen. Das Ergebnis besticht meist durch seine schlichte Genialität: Welch eine Leistung steckt dahinter, einen Plastik-Katamaran mit einer Masthöhe von knapp sieben und einer Länge von sechs Zentimetern zu entwerfen, der in eine Hülle von gerade mal fünf Zentimetern Höhe passt! oder den "Wunderstein" - natürlich ebenfalls aus Plastik - der sich nur in eine Richtung drehen lässt - bei falscher Drehrichtung bremst er ab und dreht sich entgegengesetzt weiter. Wer lässt sich "Polly - die Möve" einfallen, die bei einem Druck auf den roten Zylinderhut (!) mit Flügeln und Schnabel wackelt und darüber hinaus ein Ei legt? Wer kam auf die Idee, die "Happy-Hippos im Hollywoodfieber" auch noch in einem 3,3 x 2,4 cm kleinem Comicbüchlein (mit immerhin fast 40 Seiten Dicke!) zu verewigen?

- Allein um die Designer dieser "Überraschungen" zu unterstützen sollte man deshalb bei jedem Supermarkt-Besuch auf keinen Fall vergessen auch ein rot-weißes Schoko-Ei mit in den Einkaufskorb zu legen - Egal, ob man wirklich ein "Kind" ist, oder nicht...

Andreas Blüml


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