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Ouch!! - Interview: John Woo spricht über sich und seine Filme

 

John Woo bei der ArbeitBereits im September war der bekannte Regisseur John Woo in München zu Gast, um seinen neuen Film "FACE/OFF - Im Körper des Feindes" zu präsentieren. Bei einer Sondervorführung von einem seiner Lieblingsfilme, "The Wild Bunch" (1969, Regie: Sam Peckinpah), sprach er mit Ouch!! über sich und seine Filme...

Herr Woo, FACE/OFF hat in den USA die 100 Millionen-$-Grenze an Einspielergebnissen weit überschritten. Was halten Sie für den Grund dieses Erfolges?

Woo: Nun, ich denke, daß man eine Geschichte wie diese noch nicht auf der Leinwand gesehen hat. John (Travolta - red.) und Nick (Cage -red.) hatten die Möglichkei, in diesem Film sowohl den Guten, als auf den Bösen zu spielen und mussten ihre Rollen jeweils zusammen ausarbeiten, was Ihnen sehr gut gelungen ist. Außerdem lieben die Leute natürlich die Action.

Gewisse Ähnlichkeiten zu Ihren älteren Hongkong-Filmen sind nicht zu verkennen. Dabei geht es auch wieder um alte Traditionen: Ehre, Freundschaft etc.

Woo: Ja, das stimmt. Ich schätze diese Traditionen und will dies auch in meinen Filmen zeigen. FACE/OFF hat viele Ähnlichkeiten zu "The Killer" (1989, Dt: "Blast Killer) aufzuweisen, z.B. eine Speedboat-Verfolgungsjagd und eine Schießerei in einer Kirche.

Wenn man Sie so sieht, möchte man kaum glauchen, daß ein so sensibler und schüchterner Mann für die größten Schießereien der Filmgeschichte verantwortlich zeichnet. Tragen Sie auch privat eine Waffe?

Woo: Nein. Waffen kommen nur in meinen Filmen zum Einsatz. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht einmal eine Schußwaffe abgedrückt. Ich hasse Gewalt.

Ihre Jugenderfahrungen mit dem Thema Gewalt haben sie 1992 mit "Bullet in the Head" zum Ausdruck gebracht, der vom Szene aus "Bullet in the Head"Publikum in Asien gar nicht gut aufgenommen wurde und im Westen zum Kulthit avancierte.

Woo: Ja, der erste Teil des Films basiert auf meiner eigenen Biographie, der zweite war beeinflusst durch das Tiananmen-Massaker. Auch Sam Pekcinpah’s "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" (1974) hat mich inspiriert. Dem Publikum war die Gewalt wohl zu real. Ich war damals sehr frustriert, da ich so stolz auf diesen Film war.

Haben Sie je eine Filmschule besucht?

Woo: Nein. In meiner Jugend ging ich immer in die Bücherei, um die Filmbücher zu stehlen und später lernte ich am Set bei Chang Cheh. (Meister des Kung-Fu-Films in den Shaw-Studios, HongKong -red.)

Die Action-Choreographie in Ihren Filmen erinnert sehr stark an ein Ballett. Ich habe gehört, daß Sie gerne einmal bei einem Musical Regie führen wollen?

Woo: Ja, richtig. Ich bin mit Musicals wie "West Side Story" oder "7 Brides for 7 Brothers" aufgewachsen. Bei einer Action-Szene denke ich immer an einen Tanz, habe immer eine Melodie im Kopf. Ach ja, und das Regieangebot für die Verfilmung von "Chicago" musste ich leider aus Termingründen ablehnen, aber da hätte ich wirklich gerne gemacht.

Und was steht als nächstes Projekt in ihrem Kalender?

Woo Ich arbeite gerade an einem Piltofilm mit Dolph Lundgren, danach werde ich eine Action-Komüde im Stile von "Once a thief (1991, Dt. Killer Tarbet) mit dem Arbeitstitel "The King’s Ransom" drehen und dabei wieder mit Chow Yun Fat vereint sein.

Mr. Woo, vielen Dank für dieses Gespräch!

 

Das Interview führte Stefan Knobl für Ouch!!
2 Photos: (c) Golden Princes Amusement

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